Ein dumpfer Schlag in die Magengrube, dieser Schreckmoment, als ich heute morgen in den Wäschetrockner fasse! Ein schwarzes, verschrumpeltes Bündel Etwas krümmt sich hinten in der glänzenden Trommel. Vorsichtig befreie ich das arme Ding von Baumwollsocken diverser Farbe und Größe, die sich in dem immensen Faltenwurf verfangen haben.
Ein erster, wager Verdacht beschleicht mich – der Blick ins Etikett bringt traurige Gewissheit: die neue Merino-Unterwäsche!
War das mal. Früher.
Bevor es einen energiesparenden Waschgang durch unsere (an die Solartherme angeschlossene) Waschmaschine hatte und bei mindestens 90 Grad gekocht und das letzte Fünkchen Leben durch permanente Heißluftzufuhr im Trockner aus dem wolligen Leib gedrungen wurde.
Alles, was ihr noch bevor stand – Nepal, die Chepang-Schule, Tage und Nächte auf Tuchfühlung mit dem Duft, der nach Freiheit und Abenteuer riecht – alles dahin. Zuende, bevor es begonnen hat…
Schatz, es tut mir leid…deine Wäsche…hat es nicht überlebt. Nur eine radikale Linsen- und Reisdiät kann euch jetzt noch irgendwie zusammen bringen. Oder Neuanschaffung…zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie bitte die Etikettenbeschriftung und informieren Sie rechtzeitig Ihre wäschebeauftragte Ehefrau.
Höchste Zeit für eine Bestandsaufnahme, nachdem ich das Internet firmentechnisch durchkämmt habe und alle Lieferservices zwischenzeitlich den Weg zu meiner Haustüre auswendig kennen.
Zwei Wanderhosen mit Gürtel 550g und die Merinosocken 350g, damit die Füße nur qualmen aber nicht riechen. Die Regenjacke 335g, die Sonnenbrille 80g und der Buff 35g.
Nein, wir gehen nicht auf den Mt. Everest. Wir gehen auch nicht bis ins Base Camp. Wir bleiben auf unserer Khumbu-Tour im Dreieck Namche Bazaar-Thame-Tengboche/ Dingboche, wo es meist eine einfache, aber eben doch noch eine Infrastruktur gibt (oder geben soll, was weiß ich schon?).
Besteigung birgt, heute noch genauso wie im filmisch umgesetzten Katastrophenjahr 1996. Die ersten Minuten des Films sind wie ein Schnelldurchlauf unserer Tour. Ankunft in Kathmandu, Flug nach Lukla, die Hillary-Brücke, die Ankunft in Namche, der Besuch im Kloster Tengboche…und immer mal wieder ein Blick auf den Mt. Everest.
Die Ausrüstung für einen Trek im Himalaya muss in eine Duffel-Tasche. Davon gibt es viele, Helly Hansen, Patagonia, The friendly Swede usw. Sogar unsere Reiseagentur bietet eine Duffel an.
