Gemeinsam mit Tina, Irmi und Fe bin ich zu einer Wanderung ins Kleinwalsertal aufgebrochen, um mich körperlich und mental auf Nepal vorzubereiten. Schließlich sind es morgen nur noch sieben Wochen, bis der Flieger gen Kathmandu abhebt.
Fe suchte uns daher eine Tour aus, die in der Theorie bis auf den Hohen Ifen hätte gehen können. Ein markanter Plateauberg mit gut 2.300m Höhe, der in Nepal wohl nicht einmal die Bezeichnung Hügel verdienen würde. Ausgangspunkt war auf 1.100m, der höchste Punkt auf dem Weg zum Gottesacker die Gottesackerscharte auf 1.967m.
Durch das Mahdtal geht es ab 9.30 Uhr stetig bergauf, am 70m tiefen und über 10km langen Höllloch vorbei zur Mahdtalalpe. Die Gottesackerwände türmen sich imposant auf und es gibt nichts, was Schatten spendet. Am Windecksattel nach 3 Stunden dann die erste Rast im Schatten des Torkopfes. Nach 30 Minuten geht es weiter und beim Wandern über das Hochmoor kommt langsam die Gottesackerscharte ins Blickfeld. Dahinter liegt der Gottesacker und an dessen Ende der Hohe Ifen. Die letzten gut 100 Höhenmeter zehren an den Kräften, aber schließlich bin auch ich oben und der Blick über die Karstebene Gottesacker ist beeindruckend.
Während Fe schon nach dem Weg über den Gottesacker sucht, setze ich mich und witzele mit den anderen, die dort ebenfalls verschnaufen. „Wieso kommt man in den Bergen leichter ins Gepräch?“, fragt eine Wanderin. „Weil die Zahl der Arschlöcher über 2.000m rapide abnimmt“, antwortet ein Mann. Geistvoller hätte ich es nicht ausdrücken können.
Was folgt ist eine Wanderkletterei über die Karstfelsen des Gottesackers, die die beste Ehefrau der Welt schlicht „unkommod“ nennt. Rechts liegt Deutschland, links Österreich. Nach einer Stunde Grenzwanderung stehen wir an der verfallenen Gottesackeralpe. Es ist kurz nach 14 Uhr. In gut zwei Stunden fährt die letzte Ifenbahn nach unten und das Gipfelkreuz des Hohen Ifen leuchtet in der Sonne… bleibt aber heute unberührt. Wir entscheiden uns für den Abstieg durch das Kurental. Eine Stunde Geröllschlucht und etwas mehr noch durch den Wald bis wir gegen 16.30 Uhr joggend den Bus noch schaffen, der uns etwas näher an den Ausgangspunkt bringt, den wir schließlich um 17.15 Uhr erreichen.
Die Hüttenwirtin kredenzt Bier und Radler, die nach knapp acht Stunden in den Bergen, 900 Höhenmetern hoch und wieder runter und rund 13km Strecke in gefühlt 40 Sekunden „verdampfen“. Körper und Geist machen mit, auch wenn beim Abstieg der Spaßfaktor zu kurz kam. Die vorhandene Ausrüstung erledigte die Wanderung zuverlässig, das ermutigt für Nepal. Länger als acht Stunden wird in Nepal nicht gewandert und wie sich gut drei Stunden bergauf anfühlen, die wir nach Namche Bazaar auch benötigen, weiß ich jetzt (natürlich ohne den Höheneffekt im Himalaya, klar). Ich habe im Kleinwalsertal eindrucksvoll bewiesen wie man langsam wandert. Ideale Voraussetzungen also, um mich auf den Etappen im Khumbu wandernd zu akklimatisieren.
Am Geist muss ich noch arbeiten. Ich freue mich zwar auf das stetige Wandern ohne an etwas denken zu müssen, aber dennoch muss der Geist so wachsam und achtsam bleiben, dass ich besondere Bilder oder Momente auch wahrnehme und einfange. Das letzte Bild habe ich in der Kurenschlucht nicht wahrgenommen (aber sicher nur, weil die beste Ehefrau der Welt mich elegant daran vorbeigelotst hat). Sie hat es aber für mich aufgenommen und hat es mir geschickt! Ich revanchiere mich in Nepal…#MECS2018

von Sierra Leone, Klosteraufenthalt, einer Wohltätigkeits-organisation in Österreich hin zu „seinem“ Dorf in der Ghorka-Region, wo er eine Schule mit ausgemusterten Rechnern versorgt und Lehrern und Schülern den Umgang mit Computern zeigt. „Alte Gewohnheiten über Bord werfen“ und „neue Erfahrungen mit Religion und Spiritualität machen, die nicht christlich geprägt sind“ waren seine Beweggründe. Ja, das ist gut nachvollziehbar. „Natürlich ist die Natur einzigartig“ und auch er war schon im Annapurnagebiet und in der Khumburegion trekken. Definitiv eine schöne, imposante Kulisse hätten wir uns da für unseren Trek rausgesucht, „obwohl mir das Annapurnagebiet fast noch besser gefallen hat“.
Im Hinblick auf diese Fragen suche ich uns eine kleine Tour im Allgäu aus. Hoch über‘m Großen Alpsee scheint zu passen. Gute 15 Kilometer, 400 Höhenmeter hoch und wieder runter, maximale Höhe 1.066m und das alles in gut fünf Stunden…ein leichter Einstieg in #MECS 2018.
Hinter Zaumberg verschwinden wir im Wald Richtung Siedelalpe, die wir nach einer guten Stunde erreichen. Dahinter das Gipfelkreuz vom Köpfle, die erste Rast und der erste schöne Blick auf den Alpsee, Immenstadt, den Grünten und auf ein paar Gipfel der Nagelfluhkette.
Wir schenken uns die Thaler Höhe und freuen uns auf ein Radler in der Hohenschwandalpe, die prompt geschlossen hat. Also ohne Stärkung 400 Meter nach unten. Ohne Stärkung…und ohne Stöcke, weil die stehen im Windfang. Die Serpentinen nach Reutern nehmen kein Ende, die Füße qualmen, aber Merinowolle brennt nicht. Die Marienkapelle spendet kurzzeitig wohltuende Kühle und um 15.00h sind wir unten. Uff.
Ein schwäbischer Riesling sorgte für eine ausgelassene Stimmung trotz der aufkommenden Aufregung, die Nacht im Freien zu verbringen. Heute gilt es!
04:43 Uhr: Es dämmert. Ich mache ein Bild, wie langsam der Tag beginnt. Zählt ein Tag als neu, auch wenn man keine Nacht hatte? Ich informiere die Welt über threema, dass es langsam hell wird…und Tina antwortet. Wir verabreden uns für 05.30 Uhr beim Bäcker. Der Gefahr, dass Klaus noch den Amazonas erreicht, setze ich mich nicht aus. Tut mir leid, mein Freund.