Körper und Geist…#MECS2018

Gemeinsam mit Tina, Irmi und Fe bin ich zu einer Wanderung ins Kleinwalsertal aufgebrochen, um mich körperlich und mental auf Nepal vorzubereiten. Schließlich sind es morgen nur noch sieben Wochen, bis der Flieger gen Kathmandu abhebt.

MahdtalFe suchte uns daher eine Tour aus, die in der Theorie bis auf den Hohen Ifen hätte gehen können. Ein markanter Plateauberg mit gut 2.300m Höhe, der in Nepal wohl nicht einmal die Bezeichnung Hügel verdienen würde. Ausgangspunkt war auf 1.100m, der höchste Punkt auf dem Weg zum Gottesacker die Gottesackerscharte auf 1.967m.

Durch das Mahdtal geht es ab 9.30 Uhr stetig bergauf, am 70m tiefen und über 10km langen Höllloch vorbei zur Mahdtalalpe. Die Gottesackerwände türmen sich imposant auf und es gibt nichts, was Schatten spendet. Am Windecksattel nach 3 Stunden dann die erste Rast im Schatten des Torkopfes. Nach 30 Minuten geht es weiter und beim Wandern über das Hochmoor kommt langsam die Gottesackerscharte ins Blickfeld. Dahinter liegt der Gottesacker und an dessen Ende der Hohe Ifen. Die letzten gut 100 Höhenmeter zehren an den Kräften, aber schließlich bin auch ich oben und der Blick über die Karstebene Gottesacker ist beeindruckend. HochmoorWährend Fe schon nach dem Weg über den Gottesacker sucht, setze ich mich und witzele mit den anderen, die dort ebenfalls verschnaufen. „Wieso kommt man in den Bergen leichter ins Gepräch?“, fragt eine Wanderin. „Weil die Zahl der Arschlöcher über 2.000m rapide abnimmt“, antwortet ein Mann. Geistvoller hätte ich es nicht ausdrücken können.

Was folgt ist eine Wanderkletterei über die Karstfelsen des Gottesackers, die die beste Ehefrau der Welt schlicht „unkommod“ nennt. Rechts liegt Deutschland, links Österreich. Nach einer Stunde Grenzwanderung stehen wir an der verfallenen Gottesackeralpe. Es ist kurz nach 14 Uhr. In gut zwei Stunden fährt die letzte Ifenbahn nach unten und das Gipfelkreuz des Hohen Ifen leuchtet in der Sonne… bleibt aber heute unberührt. Wir entscheiden uns für den Abstieg durch das Kurental. Eine Stunde Geröllschlucht und etwas mehr noch durch den Wald bis wir gegen 16.30 Uhr joggend den Bus noch schaffen, der uns etwas näher an den Ausgangspunkt bringt, den wir schließlich um 17.15 Uhr erreichen.

Gottesacker_Hoher IfenDie Hüttenwirtin kredenzt Bier und Radler, die nach knapp acht Stunden in den Bergen, 900 Höhenmetern hoch und wieder runter und rund 13km Strecke in gefühlt 40 Sekunden „verdampfen“. Körper und Geist machen mit, auch wenn beim Abstieg der Spaßfaktor zu kurz kam. Die vorhandene Ausrüstung erledigte die Wanderung zuverlässig, das ermutigt für Nepal. Länger als acht Stunden wird in Nepal nicht gewandert und wie sich gut drei Stunden bergauf anfühlen, die wir nach Namche Bazaar auch benötigen, weiß ich jetzt (natürlich ohne den Höheneffekt im Himalaya, klar). Ich habe im Kleinwalsertal eindrucksvoll bewiesen wie man langsam wandert. Ideale Voraussetzungen also, um mich auf den Etappen im Khumbu wandernd zu akklimatisieren.

HerzAm Geist muss ich noch arbeiten. Ich freue mich zwar auf das stetige Wandern ohne an etwas denken zu müssen, aber dennoch muss der Geist so wachsam und achtsam bleiben, dass ich besondere Bilder oder Momente auch wahrnehme und einfange. Das letzte Bild habe ich in der Kurenschlucht nicht wahrgenommen (aber sicher nur, weil die beste Ehefrau der Welt mich elegant daran vorbeigelotst hat). Sie hat es aber für mich aufgenommen und hat es mir geschickt! Ich revanchiere mich in Nepal…#MECS2018

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