Materialtest – nur so

Kratzt das Merinoshirt und stört die Naht auf der Schulter? Neigen Merinosocken zur Blasenbildung? Was macht die polarisierende Sonnenbrille der Kategorie 3? Ersetzt der Hut das Eincremen und sieht er vielleicht noch gut aus? Und vor allem – in welchem Zustand sind die Merinosachen am Tag danach? Was sagen Augen und Nase? 

Im Hinblick auf diese Fragen suche ich uns eine kleine Tour im Allgäu aus. Hoch über‘m Großen Alpsee scheint zu passen. Gute 15 Kilometer, 400 Höhenmeter hoch und wieder runter, maximale Höhe 1.066m und das alles in gut fünf Stunden…ein leichter Einstieg in #MECS 2018.

Wir sind um 11.00h am Alpsee, der Planet strahlt bei 25 Grad. Das Merinoshirt meldet sofort mich den Tag über warm zu halten. Die 80% Merino an den Füßen sitzen wie eine zweite Haut. Der Hut zaubert der besten Ehefrau der Welt ein Lächeln auf die Lippen…und los.

Der 20-minütige Anstieg nach Zaumberg hat es in sich. Ein Vater meint, seine zwei Töchter an Seilen nach oben motivieren zu können, wir sehen ihn nicht wieder. Hinter Zaumberg verschwinden wir im Wald Richtung Siedelalpe, die wir nach einer guten Stunde erreichen. Dahinter das Gipfelkreuz vom Köpfle, die erste Rast und der erste schöne Blick auf den Alpsee, Immenstadt, den Grünten und auf ein paar Gipfel der Nagelfluhkette.

Zeit für die Brille. Ich ziehe sie über die normale Brille…wow! Statt eines hellen Himmels, erkenne ich Wolken, Farbe und Gleitschirmflieger. Sie stört nicht, ist leicht und im Wald nehme ich sie ab…perfekt. Sie hat ihren Platz im Himalayagepäck sicher.

Wir laufen eine Stunde bis zum Alpseeblick und genießen die Aussicht. Wir schenken uns die Thaler Höhe und freuen uns auf ein Radler in der Hohenschwandalpe, die prompt geschlossen hat. Also ohne Stärkung 400 Meter nach unten. Ohne Stärkung…und ohne Stöcke, weil die stehen im Windfang. Die Serpentinen nach Reutern nehmen kein Ende, die Füße qualmen, aber Merinowolle brennt nicht. Die Marienkapelle spendet kurzzeitig wohltuende Kühle und um 15.00h sind wir unten. Uff.

Die Trinkblase ist leergesaugt und der Wegweiser sagt 9 Kilometer bis Immenstadt, was gute fünf bis zum Auto bedeutet. Nach einer nicht enden wollender Stunde sind wir am Strandcafe und genießen das beste alkoholfreie Weizenradler…ever! Alles gut.

Am Tag danach dann die Überprüfung der eingesetzten Materialien. Die Wollsocken funktionieren prächtig und riechen nicht! Blasen? Fehlanzeige. Das Wanderhemd über dem Merinoshirt ist voller Schweißränder auf dem Rücken. Die Naht störte aber bei 3,5kg Rucksack nicht. Das Merinoshirt selber sieht aus wie neu. Ungläubig rieche ich daran…wenig bis nichts. Cool. Hat es gekratzt? Ich erinnere mich nicht. Und der Hut? Kein Sonnenbrand auf Ohren und Nacken…aber hübsch macht er nicht. 

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