Ramro sanga khaanus – oder Currywurst in der Kantine

Sie: „Ah, Du gehst nach Nepal? Cool. Ralf war auch in Nepal“. Ich: „Welcher Ralf?“ Sie: „Ralf aus der IT. Ein Sabbatical hat er gemacht, ein Dorf mit Computern unterstützt oder so ähnlich“.

Ich kenne keinen Ralf aus der IT und das firmeninterne Telefonverzeichnis spuckt mehr als einen Ralf aus. Ich schreibe ein kleines Post-it und lege es auf die Seite. Ein paar Tage später bringt das Intranet seine Geschichte als Blogbeitrag. Die Firma hilft seit 200 Jahren, er hilft seit ein paar Jahren in Nepal und mir ist damit auch geholfen. Da ist Ralf. Ich kenne ihn nicht, habe ihn nie gesehen, aber ein paar Wochen später kommt er mir auf dem Flur entgegen. Ich erzähle ihm von unserer Reise und er drückt mir ein Exemplar des aktuellen Magazins GoForMore in die Hand, für welches er einen Artikel über sein Sabbatjahr geschrieben hat. Wir verabreden uns für eine gemeinsame Pause in der Kantine.

An diesem Tag gibt es keinen Reis, sondern Currywurst mit Pommes. Ich frage Ralf nach seinen Gründen für Nepal und er spannt einen Bogen von Sierra Leone, Klosteraufenthalt, einer Wohltätigkeits-organisation in Österreich hin zu „seinem“ Dorf in der Ghorka-Region, wo er eine Schule mit ausgemusterten Rechnern versorgt und Lehrern und Schülern den Umgang mit Computern zeigt. „Alte Gewohnheiten über Bord werfen“ und „neue Erfahrungen mit Religion und Spiritualität machen, die nicht christlich geprägt sind“ waren seine Beweggründe. Ja, das ist gut nachvollziehbar. „Natürlich ist die Natur einzigartig“ und auch er war schon im Annapurnagebiet und in der Khumburegion trekken. Definitiv eine schöne, imposante Kulisse hätten wir uns da für unseren Trek rausgesucht, „obwohl mir das Annapurnagebiet fast noch besser gefallen hat“.

Ich lenke unser Gespräch auf profane Dinge wie Wasser und Magen-Darm. Er schüttelt den Kopf, alles kein Problem. Er halte sich in Nepal meist an das Dal Bhat, das traditionelle Reisgericht mit Currygemüse. Eine bessere Energiequelle gäbe es nicht und geschmacklich sei es immer lecker, „auch wenn ich es gern etwas schärfer hätte“. Aber er hätte auch schon fritiertes Gemüse bei einem Straßenhändler gekauft und gegessen. Und sonnengetrocknetes Ziegenfleisch. Geht alles. Wasser in Flaschen oder abgekocht mit Chlortabletten ist okay, „aber am liebsten ist mir Tee“. Das alles klingt vernünftig. Und an das Loch im Boden werden wir uns schon gewöhnen.

Kathmandu sei chaotisch, Motorradfahrer fahren durch die dichtesten Menschenmengen und „wer vor einem fahrenden Auto zurückschreckt, kommt nie über die Straße“. Tipps für die Stadt? „Bodnath, Pashupatinath, Bhaktapur, Swayambunath und natürlich muss man auch einen Tag oder Abend in Thamel verbringen“. Das entspricht ungefähr den Favoriten der Reiseführer, gut so.

Ich frage nach seinem Verein Menschen im Dialog e.V.. „Den habe ich gegründet, um interessierten Spendern und Unterstützern eine gemeinsame Basis zu geben und die Chance zu haben, Spendenbescheinigungen auszustellen. Um die 20 Mitglieder hat der Verein heute“. Er erwähnt sein Buch, das er im April 2018 veröffentlicht hat und gibt es mir im Büro zur Ansicht mit. Es ist voller toller Fotos und Geschichten, die er in Nepal zusammengetragen hat. „Jeder Autor aus Nepal wird im Herbst sein Exemplar bekommen“ und ob ich mir vorstellen könne, eine Laptoptasche samt Buch mit nach Nepal zu nehmen? „Dann spare ich mir den Trip nach Österreich, um den Laptop einem Freund dort mitzugeben“. Abholung wäre am Tag unserer Ankunft im Hotel. „Ich schicke Bhagwan“. Hat er das wirklich gesagt? Ich sage zu. „Könnte Klaus vielleicht auch…?“

Zum Schluss frage ich, ob es noch Dinge gäbe, die nicht zwangsläufig im Reiseführer stehen und bei denen man vielleicht noch etwas Gutes tun könnte. „Wenn ihr Pashminas für Eure Frauen mitbringen wollt, dann schaut nach women empowerment merchandise. Sie sind zwar etwas teurer, aber dafür unterstützt ihr die u.a. Ausbildung von Frauen“. „Und schaut nach Eurem Trek bei den „Seeing hands“ vorbei!“. Für ca. 25 Euro massieren schwerst sehbehinderte oder gar blinde, ausgebildete TherapeutInnen die Anstrengungen des Trekkings aus den Knochen. „Ziemlich schmerzhaft“, aber danach fühlst Du Dich wie neugeboren. Noch knapp drei Monate bis Abflug…

Nepal-Basistraining an der Grenze

… Oh ja, Grenzen: Zunächst die körperliche: Abfahrt am Sonntag (!), 24.6.2018, um 5.00 Uhr ab Steinheim. Dann die geografische: Ankunft und Wanderung im Grenzgebiet A/CH, ab Lünersee hinauf zur Schesaplana. Und am Ende die verstandesmäßige, die der inneren Stimme: Bei einer lebensgefährlichen Querung im Schneefeld auf 2.500m, respektive mit Rücksicht auf mitwandernde Kinder auf 2.700m war Schluss mit Schnuppern an der Höhenluft. Aber ich habe so viel mitgenommen:

  • Das Gefühl von Kratzbürstigkeit von Merino-T-Shirts weicht irgendwann dem Gefühl von körperlicher Ertüchtigung, bis hin zur Erschöpfung :-);
  • Merino-Boxershorts von Icebreaker in XL sind … für einen Mann meiner Statur … zu groß 🙂
  • Einmal Tragen von Merino-Wäsche … kein Problem und kein Waschbedarf …
  • Der einseitig gewebte Faserpelz von Helly Hansen aus der 80ern von Opa Dieter ist jetzt schon mein Lieblings-Kleidungsstück für die gesamte Nepal-Tour
  • Auch auf 2.700m kann ich meinen geliebten Mittagsschlaf machen … das (für mich völlig unbekannte) Schnarchen ist Beweis für den Erfolg
  • Berge sind meine Bestimmung, mögen sie in Österreich oder in Nepal stehen, ich verneige mich vor ihrer Größe, ihrer Schönheit und ihrer Ruhe
  • Ich hungere nach der nächsten Tour, bitte bitte, liebe Freunde, ob ihr Wied .. oder Gei… heißt, nehmt uns wieder mit!!

 

Nepal-Basistraining Pfingsten

Stundenlanges Gehen über Stock und Stein will geübt sein, wer Nepal-Trekking, Jakobs- oder Franziskuswege bewältigen will. Dachten sich Gaby und Klaus, und dachten sich 3/4 der familieneigenen Kinder, denen mittels Verstärkerprogramm (Essen gehen bei der Hälfte, Eisbecher beim Ankommen) die Wahl in pädagogisch wünschenswerte Bahnen gelenkt wurde. Just wurde der Plan ausgeheckt, über Pfingsten die Brenz in zwei Tagen vom Ursprung in Königsbronn bis zur Donaumündung bei Lauingen entlang zu wandern.

52 km mit Kindern? Und überhaupt, einigermaßen untrainiert?

Nicht ohne innere Zufriedenheit und mit etwas Verwunderung und Erstaunen über die eigenen Körperkräfte können wir sagen: Es geht. Mit Kompromissen zwar, aber es geht. Die drei Kinder (zwischen 10 und 14)  sind tatsächlich am ersten Tag die 25 km von Königsbronn bis Giengen zu Fuß gelaufen, und am zweiten Tag die 27 km von Giengen bis Lauingen immerhin in Teilen mit dem Fahrrad.

Wir haben viel gelernt in diesen zwei Tagen:

  • Wenn du glaubst, es geht nicht mehr, dann gibt der eigene Körper immer noch was her.
  • Wenn du glaubst, dass es immer und über alle Alterstufen der Kindheit so bleiben muss, dass Kinder nach einem Kilometer Bewegen der Füße in eine Richtung in lautes Wehklagen ausbrechen, dann wurden wir in den letzten zwei Tagen eines Besseren belehrt. Gut, die üblichen Querschläger, aber was soll’s … wir sind gemeinsam gestartet und gemeinsam und vollzählig angekommen …
  • Die Brenz ist in den letzten Jahren, insbesondere im zweiten Abschnitt ab Hermaringen, ein unglaublich schönes Naherholungsgebiet geworden, mit Renaturierungen des Flusslaufs, mit wunderbaren Spielplätzen, Erklärungstafeln, entlang alter Dörfer und Städte, und insbesondere auch im bayerischen Teil (von Bächingen bis Lauingen) mit einer Ferien-Freizeitqualität, die einen nur staunen lässt.
  • Ergo: Warum genau wollten wir an Pfingsten eigentlich in den Urlaub fahren? Der Urlaub ist vor unserer Haustür.
  • Erschöpft, aber immens zufrieden! So lautet das Fazit dieser zwei Tage.
  • Wir bedanken uns bei folgenden Ausstattern und Sponsoren: bei Opa Dieter für Klaus‘ Unterhose, Sport-Polo-Shirt, Rucksack, Soft-Shell-Jacke und Kawai-Regenkombi (der nicht gebraucht wurde) aus Opas Fundus. Der einseitig gewebte Faserfelz blieb aufgrund zu frühlingshafter Temperaturen im Schrank.

 

 

Reibungsverluste

Ein dumpfer Schlag in die Magengrube, dieser Schreckmoment, als ich heute morgen in den Wäschetrockner fasse! Ein schwarzes, verschrumpeltes Bündel Etwas krümmt sich hinten in der glänzenden Trommel. Vorsichtig befreie ich das arme Ding von Baumwollsocken diverser Farbe und Größe, die sich in dem immensen Faltenwurf verfangen haben.
Ein erster, wager Verdacht beschleicht mich – der Blick ins Etikett bringt traurige Gewissheit: die neue Merino-Unterwäsche!

Merin-oWar das mal. Früher.

Bevor es einen energiesparenden Waschgang durch unsere (an die Solartherme angeschlossene) Waschmaschine hatte und bei mindestens 90 Grad gekocht und das letzte Fünkchen Leben durch permanente Heißluftzufuhr im Trockner aus dem wolligen Leib gedrungen wurde.

Alles, was ihr noch bevor stand – Nepal, die Chepang-Schule, Tage und Nächte auf Tuchfühlung mit dem Duft, der nach Freiheit und Abenteuer riecht – alles dahin. Zuende, bevor es begonnen hat…

Schatz, es tut mir leid…deine Wäsche…hat es nicht überlebt. Nur eine radikale Linsen- und Reisdiät kann euch jetzt noch irgendwie zusammen bringen. Oder Neuanschaffung…zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie bitte die Etikettenbeschriftung und informieren Sie rechtzeitig Ihre wäschebeauftragte Ehefrau.

 

Bestandsaufnahme – Noch sechs Monate

Wow, in exakt sechs Monaten sind wir auf dem Weg in die Chepang-Schule. Sechs Stunden über Land auf Straßen, die hier bei uns wohl nicht als solche bezeichnet werden. Dann ein Wochenende als Gäste der Schule. Entschleunigte Akklimatisation.

Umpacken in Kathmandu und dann mit dem Flieger nach Lukla. Maximalgepäck 15kg. Ist das viel oder wenig? Zum Selbertragen zu viel und um sich 12 Tage im Himalayagebiet ausreichend zu kleiden zu wenig? Passt das alles in eine Duffelbag mit 90l? Höchste Zeit für eine Bestandsaufnahme, nachdem ich das Internet firmentechnisch durchkämmt habe und alle Lieferservices zwischenzeitlich den Weg zu meiner Haustüre auswendig kennen.

1.800g die Duffel, 1.300g die Wanderschuhe, 1.300g der Schlafsack, 590g die Wanderstöcke, 750g die dicke Daunenjacke, halt, wenn ich die anhabe, dann geht nur die Daunenweste mit 280g ins Gepäck. Dann die anti-odour-keep-you-warm-sex-appeal-Merinosachen…zwei Langarm, zwei Kurzarm, die lange Buxe, die kurzen Boxer, die Fleecehose für das gemütliche Zusammensein am Yakfeuer… gute 1.500g. Zwei Wanderhosen mit Gürtel 550g und die Merinosocken 350g, damit die Füße nur qualmen aber nicht riechen. Die Regenjacke 335g, die Sonnenbrille 80g und der Buff 35g.
Das macht 8.170g, d.h. zwei Drittel meines Gepäcks sind verbraten, wenn unser Träger für jeden von uns 12kg schultert. Microfaserhandtuch, Kulturbeutel, Taschenlampe, extra Schnürsenkel, Sonnenhut, Handschuhe, Sonnen- und Mückenschutz, Feuchttücher und Klopapaier…da sollten vier Kilo reichen, hoffe ich. Alles über 12kg geht in den Rucksack und muss selber getragen werden. Und in der sauerstoffarmen Luft und nach stundenlangem Trekking spürt man jedes Gramm, so sagen die, die schon mal da waren. Travel light ist die Devise. Auf meinem Merino-T-Shirt steht „I don’t know where I’m going but I’m on my way“ und das passt. In den zweiten sechs Monaten wird die Ausrüstung zum Einsatz kommen und für die Kilobeschränkungen weiter optimiert. Läuft…

Sherpa

Neben der Bevölkerungsgruppe der Chepang werden Klaus und ich noch mindestens eine Gruppe näher kennenlernen, die Sherpa. Vielleicht werden unser Führer und unser Träger Sherpa sein, und während der eine uns den Himalaya erklärt, trägt uns der andere täglich stundenlang 25kg in die Lodges voraus, und das fast zwei Wochen lang. Grund genug, das Internet mal nach Informationen über die Sherpa zu durchforsten.

Auf Wikipedia lernt man zunächst, dass die Sherpa vor ca. 500 Jahren aus dem Osten Tibets über den Nangpa La-Pass in die Solu-Khumbu Region im Himalaya einwanderten. Die 150.000 – 180.000 Sherpa leben heute noch in Clans und streng nach den Merkmalen Exogamie und Patrilinearität. Als Vorname wird gern der Wochentag verwendet, an dem man geboren wurde. Nachnamen sind eher ungebräuchlich, oft wird Sherpa als Nachname verwendet. Ab 1900 wurden Sherpa als Hochgebirgsträger für Himalayaexpeditionen angeheuert, der berühmteste Sherpa war und ist Tenzing Norgay Sherpa, dem 1953 zusammen mit Sir Edmund Hillary die Erstbesteigung des Mt. Everest gelang.

Die Sprache Sherpa wird nur gesprochen und nicht geschrieben…aber wie sollen wir dann wenigstens ein paar Brocken Sherpa lernen? An dieser Stelle verweist Wikipedia auf die Seiten Nepalresearch.org. oder Sherwa.de. Diese Seiten bieten zu jedem erdenklichen Thema Hintergrundinformationen zu Nepal und Sherpa und auf den Startseiten gibt es rechts und links jeweils ein (identisches) Lexikon Sherpa-German. In bestem Deutsch hat Lhakpa Doma Sherpa hier den Grundwortschatz und einfache Konversation zusammengetragen, nachdem sie in den Sechzigerjahren nach Bad Honnef auswanderte. Die Einleitung zum Volk der Sherpa ist unbedingt lesenswert.

Aha, die Sherpa nennen sich selbst Sherwa (shar-wa), was soviel wie „Leute aus dem Osten“ bedeutet. Es herrschen konkurrierende Meinungen darüber, in welche Schriftform Sherpa gebracht werden soll, um den Fortbestand der Sprache zu sichern. Die Sherpa-Elite plädiert für Tibetisch, die jüngere Generation für die Devanagari-Schrift. Ich kann weder noch, also steige ich gleich ein: Nye min Michael hin – Ich heiße Michael. En chesung – Ich bin müde (sicher wichtig!). Phoki katiki minti kangsi? – Wie heißt dieser Berg?

Wenn wir dann endlich mal unsere Schlafsäcke einweihen und es morgens ein Frühstück gibt, sage ich: Gaby sama simbu zonok – Gaby hat leckeres Essen gekocht. Für Klaus habe ich auch einen tollen Satz gefunden: Anggur sang dep gokiwi – Man sollte auch Weinstöcke anbauen. Unglaublich, was Lhakpa Doma Sherpa auf 182 Seiten alles gesammelt und geordnet hat. Thuche – Danke! Und ich habe auch erfahren, was Lhakpa bedeutet – Mittwoch.

Sehnsucht

Wir haben seit einem halben Jahr einen neuen Pfarrer in unserer Kirchengemeinde, der in vielen bisherigen Beiträgen oder Verkündigungen die Sehnsucht als Leitmotiv in den Vordergrund gestellt hat. Ja, das ist es. Im Alltag funktioniere ich, aber Sehnsucht speist sich aus anderen Quellen. Ich will hier keine Predigt halten, aber ich finde, es muss immer etwas geben, was über den platten Alltag hinausreicht. Was einen daran erinnert, dass wir keine Roboter, sondern Menschen sind, die nur deshalb nicht von der Evolution verschluckt wurden, weil wir buchstäblich fähig sind, über den Kirchturm hinauszudenken. Das schreibe ich mit einer besonderen Betonung an dem Tag, an dem die Zeitungen voll sind mit Berichten über den berühmtesten Gelehrten unserer Zeit, Stephen Hawking. Ich verneige mich in Ehrfurcht vor seinem Denken, Wirken und Leben!

Ich darf mich glücklich schätzen, zu den 10% der Weltbevölkerung zu gehören, für die nicht Lebenserhaltung im Vordergrund steht, sondern Lebensverwirklichung. Und die das seltene Glück haben, sich zu denen zu zählen, die über den Kirchturm hinaus denken und zum Beispiel im Herbst 2018 nach Nepal zum Trekking fahren dürfen. Ich freue mich darauf! Es wird meine Lebenserinnerungen prägen, und es wird der Moment sein, an dem ich mich einmal mehr darüber freue, allen Schweinehunden dieser Welt, besonders dem eigenen inneren, die Stirn geboten zu haben! Dem Leben ein Schnippchen schlagen, das wird es und so wird es sein!

 

 

Heute zwischen 16 und 17 Uhr …

… fiel ich nach einer anstrengenden 8-stündigen Dienstreise ins heimische Bett und in einen Halbschlaf, der mir zum ersten Mal seit Wochen wieder das Gefühl vermittelte, dass es so etwas wie Aussteigen aus dem Hamsterrad der Alltagserledigungen gibt. Und wie (gut) sich das anfühlt.

Nepal ab 10.10.2018, das wird die tausend%ige Steigerung  dieses Gefühls … das gnadenlose Ausbremsen des Hamsterrads und die Entdeckung der Langsamkeit. Kombiniert mit minimalistischen Zielen wie: einfach mal einen Tag lang auf 4.000m akklimatisieren, um Körper und Geist an die Höhe und überhaupt an die veränderten Lebensumstände zu gewöhnen. In Guatemala hab‘ ich vor 27 Jahren ‚mal 8 Stunden an einer Haltestelle auf einen Bus gewartet. Im übertragenen Sinne könnte das an einzelnen Tagen der anstehenden Reise wieder so werden … und ich genieße allein die Vorahnung davon. Und vor allem auch die Vorstellung, mit Michele diese Zeit zu verbringen. Bis dahin hab‘ ich zu ihm aufgeschlossen bin ich auch ein „silver ager“ :-), ein member of generation 50+, der in die vermutlich spannendste Dekade seines Lebens eintritt, so Gott will und die Gesundheit anhält.

216 Tage bis Abflug …