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Es ist interessant, unschwäbisch gesprochen: faszinierend, zu erleben, wieviele und welche positiven Rückmeldungen mir entgegengebracht werden, wenn ich bereits jetzt geschäftliche Termine für Oktober 2018 unter Verweis auf unsere Nepal-Reise absagen muss.  Ehrlicherweise muss ich sagen, maßgeblich von Männern meiner Wellenlänge und Altersklasse … was mir umso mehr zeigt, wie richtig die Entscheidung für diese Nepal-Trekking-Tour war. Und wie wichtig es ist, nach so viel Erreichtem und nach Jahren des funktionalen Hinwirkens auf das Erreichte dem Alltag auf diese Weise ein Schnippchen zu schlagen.

A propos schwäbisch: Heimat tut auch in Nepal gut

https://www.swp.de/suedwesten/landkreise/lk-goeppingen/scho-g_hoert_-schwardamaga-am-everest-18653075.html

Grüße an Martin Söll aus unserem (Fast-) Nachbarort Treffelhausen!

Erledigungen und Erlebnisse

Alltag in Deutschland mit Engagement in Familie, Beruf, Nebenberuf, Freizeit und Hereinbrechen unabdingbarer Sonstwie-Einflüsse ist nur mit einem Grundgerüst an Struktur gut zu bewältigen.

Diese Struktur vom Tag, den Plan und die Vorstellung bilde ich mir anhand meines (analogen!) DIN A5-Kalenders, in den ich in den ersten Minuten des morgendlichen Arbeitstages gemeinhin 20 Erledigungen aufschreibe. Im letzten Jahr waren es 25, hier wirkt sich (noch) einer der Vorsätze für’s neue Jahr aus … Ein weiterer Vorsatz für 2018 ist, mir neben Erledigungen wenigstens ein Erlebnis pro Tag vorzunehmen, aufzuschreiben und vor allem auch umzusetzen. Geprägt hat mich insoweit ein Lied von Annett Louisan aus einem Konzert aus 2017, „Alles erledigt (aber nichts erlebt)“.

Die „20+1“-Formel funktioniert bis jetzt … wobei es nicht immer einfach ist, sich morgens hinzusetzen und sich ein Erlebnis vorzunehmen … dem Alltag ein Schnippchen schlagen, das ist das Ziel. Aber wie? frage ich mich nicht selten …

Was mich an der bevorstehenden Nepal-Tour (u.a.) so fasziniert ist: Es gilt auch hier eine „20 + 1“-Formel. Nur umgedreht. 20 Erlebnisse pro Tag, und 1 Erledigung. Die Erledigung ist im Wesentlichen das Trekking von A nach B, z.B. von Khumjung nach Tengboche am 22.10.2018 … der Rest sind pure Erlebnisse …

Was für eine Vorstellung …

Und das Beste ist: Ich kann das, was ich erleben werde, nicht einmal vorher ausdenken oder aufschreiben …

Ich wollte heute abend über den Sturm und die 5 Grad draußen vor meinem Fenster schreiben, und dass uns Selbiges in Nepal genau so passieren kann … nur mit dem Unterschied, dass wir draußen statt drinnen sind … aber am Ende wäre die Seele dabei nicht halb so erwacht und erwärmt wie wenn ich über nicht auszudenkende Erlebnisse schreibe 🙂 …

 

Vintage Trekking

Da wir „schon“ in 274 Tagen nach Nepal fliegen, war es auch für mich höchste Zeit, die Packliste mit meinem vorhandenen Hab und Gut abzugleichen …

Und siehe da, ich hab‘ fast alles …

Michele reist im 2018er-Outfit, und bei mir wird’s ein Vintage-Look in bunten Farben. Der Schlafsack (von VauDe) ist aus einer Zeit, in der es am Etikett noch keine Einteilung in Komfort- und Risikozonen gab. Aber ich vertraue ihm (dem Schlafsack), den hab‘ ich Anfang der 90er mit weniger Fettpölsterchen um die Rippen eine Woche lang im Winterzeltlager bei dauerhaften Minusgraden probegelegen (und überstanden). Das Meiste ist „Made in Western Germany“, außer der norwegische „einseitge Faserpelz“ von Helly Hansen, gekauft und getragen von meinem inzwischen verstorbenen Vater schon in den früher 80ern auf legendären Bewegungssport-Bergtouren. Nicht zu unterschätzen auch die ultimative Retro-Klepper-Jacke, wie so vieles auch von meinem Vater, mit überraschend moderner Handytasche.

Ich bin sehr zufrieden, mit dem Zeug sind mein Vater und ich  in den 80ern schon auf 3-4000ern in den Alpen gewesen, das hält sicher auch heute noch jedem Nepal-Test stand … „Wanderschuhe knöchelhoch“ steht noch in der Packliste … na ja, meine sind steigeisenfest, halb kniehoch und so etwa 3 Kilo schwer, aber komm‘, was soll’s …

 

Selbst Rucksäcke hab‘ ich in allen Größen. Fehlt also nur noch die Merino-Unterwäsche, das (der?) Buff und der Riesling in Pulverform zum Auflösen in Wasser … für lange kernige Männerabende in ehrlichen Unterkünften (die heißen da Lodges) im Himalaya  …

 

 

Meine Antwort auf das Warum

Die Antwort ist mehrschichtig, okay, ich versuch’s:

  • Es gab Jahre in meinem Leben, in denen ich gen Westen orientiert war, v.a. nach Mittelamerika. Der Osten, konkret Indien, war auf meinem Radar, die Vorbereitungen waren angelaufen, dann wurden andere Ideen und Visionen (Familie) bestimmend … ein Jahr Georgien war das Östlichste, was ich bisher kennenlernen durfte. Weiter östlich ist Aufbruch zu neuen Ufern …
  • Die Zeit ist die richtige: 50 Jahre Lebenszeit ist der richtige Moment, um innezuhalten, zurück- und vorauszublicken. Nepal füllt unbedingt die Kategorie vorausblicken, und vor allem: nicht stehenbleiben … , zumal in ärztlich bestätigter relativer Gesundheit … das kann nur heißen: losgehen.
  • Rückendeckung und -stärkung: Meine beste Ehefrau der Welt ist, obwohl sozusagen „nur“  Follower, ist Feuer und Flamme für das Projekt, was mir in hundertfacher Weise und in allen Belangen den Rücken stärkt: Kinder versorgt, Alltag organisiert, sogar Blogging-Forum eingerichtet … ich muss als Gegenleistung nur einen Tanzkurs mitmachen, das ist eine vergleichsweise akzeptable „Sanktion“ …
  • Den besten Freund und Mitstreiter, insbesondere (aber nicht nur) für das Projekt: Michele ist mein Vor- und Mitdenker, mein Inspirator und Anpeitscher, mein Faszinator, mein Schicksalsgenosse im künftigen Merino-Unterwäschen-Partnerlook …  raus aus dem gewohnten Komfortzonen-Alltagsleben, hinein in Erfahrungen, von denen wir nicht mal selbst genau wissen, wie sie auf uns wirken werden …
  • Und nicht zuletzt: Was können solche weinseligen Abende mit besten Freunden doch für eine horizont-erweiternde Bedeutung erlangen … und wie schön ist das Gefühl, das eigene Leben in die Hand zu nehmen, anstatt dass der Alltag einen funktional an die Hand nimmt …
  • Noch Fragen? 🙂