Blick auf Berge und Bäuche

Tag 10: Akklimatisierungstag Namche Bazar 20.10.2018

Heute steht das auf dem Plan, worauf ich bei den Alpen-Touren in meinem Leben nie geachtet hatte und was mich auf meiner Mt. Blanc-Tour vor gut 25 Jahren mit der berüchtigten „altitude sickness“ erwischte: Akklimatisierung. Alle 600 Höhenmeter wenigstens ein Tag, lautet hier die Empfehlung. Konkret heißt das, sich auf und in der Höhe zu bewegen. Wir tun, was gefühlt alle tun und bewegen uns in einem lückenlosen Menschenstrom von Akklimatisierern steil bergauf. Soviel zum Thema „in der Höhe“… Ziel ist das „Everest View Hotel“ in 3.800m Höhe. Japaner haben es gebaut, weiß Michele, mit eigenem Heli-Landeplatz, weil es eine erschreckend große Zahl von Menschen gibt, für die Höhenkrankheit entweder etwas für das Warmduscher-Fußvolk ist oder der Meinung sind, dass sich die Grenzen des Körpers mit den Mitteln der Pharma-Industrie überwinden lassen.

Während des kräftezehrenden Aufstiegs (und später Abstiegs) sind wir irgend etwas zwischen erstaunt und erschrocken, Tendenz erschrocken. Wer sich hier alles hinaufquält! Gegen viele gehen wir locker als superschlank durch! Den Tiefpunkt markiert eine Gruppe englischsprechender Landsleute, die sich vor lauter Überlastung – wenn überhaupt nur noch heiser verständigen können. Ihre „Everest Base Camp Tour 2018“-T-Shirts wirken auf den Bäuchen deplatziert – unglaublich, wie sie das auf 5.300m schaffen wollen! Es wirkt in diesem Moment irgendwie…verantwortungslos auf uns.

Denkmal 1

Aber zurück zu den schönen Momenten des Tages! Erschöpft erreichen wir den Aussichtspunkt und …bleiben mit geöffneten Mündern stehen. Michele breitet die Arme aus: Gigantisch!

MSAPerm

Vor uns steht, wolkenlos und in glänzender Morgensonne, das ersehnte Bergmassiv, aus dem in der Mitte Mt. Everest und Lhotse herausragen! Es dauert lange, bis wir uns finden, und ich nutze den Moment, um meine mitgebrachten Steinheimer Geologenknacker zusammen mit Michele, Pemba und mir ins fotografische Licht Richtung Mt. Everest zu rücken und anschließend zu verspeisen.

Anschließend reihen wir uns in den Menschenstrom zurück und bergab nach Namche ein. Von dort aus besuchen wir auf einer Anhöhe das Denkmal von Tenzing Norgay Sherpa, dem ersten Menschen, der sich zusammen mit Edmund Hillary 1953 den Mt. Everest „summitted“ hat. Ein Besuch im benachbarten Sherpa-Museum vermittelt zwar keinen neuen Gefühlskick, aber davon hatten wir heute eh schon genug.

Denkmal 2

 

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