Auf dem Weg nach Nepal – Blog

TakeTime…

Schon über ein Jahr ist es her, dass unsere zwei Reisenden aus Nepal wieder wohlbehalten nach Hause zurück gekehrt sind – mit vielen Eindrücken und Erfahrungen im Gepäck. Seit dem ist viel passiert…mit neuen Kräften und Zielen haben wir uns mit „WineTime“durch das Jahr geswingt, haben dem Feine-Zeit-Café endlich Leben eingehaucht und sind mit dem Wochenmarkt verwachsen. Ein Jahr voller Arbeit, voller Herzblut und Tränen, die geflossen sind, voller Freude und wunderbarer Momente, die einfach vollkommen waren, und die unvergesslich bleiben werden.

Bei alle dem…keine Zeit, um sich Zeit zu nehmen – und der TakeTime-Blog wartete im Dornröschen-Schlaf geduldig auf seine neue Bestimmung. In diesem ganzen Trubel-Jahr gab es oft einfach keine Zeit für Besinnung, keine Zeit zum Stehenbleiben… doch was mich immer, jeden Tag und jedes Gefühl von mir begleitet, und mich immer wieder erdet, aufbaut und wach küsst – ist die Musik. Ein Song, der alles, was du nicht in Worte fassen kannst, in seinem Text sagt, deinen Herzschlag in seinem Rhythmus hat und deine Gefühle in seiner Melodie.

Music TakeTime

Es ist die eine Band oder der Interpret, der dich mit seiner Stimme durch dein Leben begleitet, mit dir wächst und groß wird oder einfach mit diesem einen besonderen Lied ein Stück von deinem Leben ist… . Das eine Konzert, dass dich begeistert, enttäuscht, zum Tanzen gebracht, heißer oder taub gemacht hat. Welche Geschichten es darüber zu erzählen gibt, welche Lieder und Konzerte uns begleiten, könnt ihr also hier zukünftig mitlesen und miterleben…natürlich mit dem ein oder andere Update über die Kooperation mit der Chepang-Schule. Soviel Zeit muss sein 😉

 

Spendenkonto

Kath. Kirchengemeinde 89555 Steinheim //  IBAN: DE35 6325 0030 0000 9121 98 // BIC: SOLADES1HDH // Stichwort: Spende für Chepang-Schule/Nepal

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Fähnchen im Wind

Draußen ist es kalt. Dauerregen und Wind machen das Wetter widrig und es ist ein behagliches Gefühl, mit einer warmen Tasse Kaffee zu Hause zu sein. Unter der Terrasse vor unserem Haus baumeln bunte Fähnchen. Immer wieder reißt der Wind forsch an ihnen als wolle er mit aller Kraft herausfinden, wer den stärkeren Atem hat. Doch was immer auch drum herum passiert: sie tanzen mit ihm, aber fliegen nicht davon. Sie leuchten mit ihren Farben Blau, Grün, Gelb, Rot und Weiß gegen die grauen Wolken und die düsteren Windböen. In der Mitte ist ein Reiter abgebildet, auf einem wilden Pferd, drum herum steht etwas in tibetanischen Schriftzeichen. Es ist eine Gebetsfahne aus Nepal. Auf Tibetanisch heißt sie „rlung rta“, zu deutsch: Windpferd. Die Fähnchenkette ist ein besonderes Geschenk für mich, über die halbe Welt wurde sie zu mir nach Hause gebracht.

Fähnchen im Wind

Im Buddhismus werden sie von den Gläubigen bis zur vollständigen Verwitterung dem Wind ausgesetzt. Der Wind trägt die Gebete, die auf ihnen stehen, in den Himmel. Das Windpferd hilft ihm dabei. Mir wird klar, dass sie ein Team sind – keine Gegner.

Besonders gefällt mir die Bedeutung der der fünf Farben. Sie stehen für die vier Elemente, die unser Leben elementar beeinflussen: Weiß verkörpert die Luft, die wir zum Atmen brauchen, die mit dem Wind und den Wolken zieht. Wasser, das alles Leben zum Erwachen und Blühen bringt, wird durch die Farbe Grün dargestellt. Die Erde, als Schoß allen Lebens trägt die gelbe Fahne. Und natürlich das Feuer – Rot. Aber was ist das 5. Element?
Mir kommt in den Sinn, dass auch Luc Besson in einem gleichnamigen Film seinen Helden Korben Dallas alias Bruce Willis genau auf diese Suche geschickt hat. Abgefahren, verrückt und total verquer in einem bunten Science-Fiction-Spektakel. Aber am Ende vom Film erinnere ich mich, wie mich der Fund dieses Elementes tief berührt hat: Die Liebe. Und ja, das glaube ich: bei allem was wir tun und was wir leben ist die Liebe das wichtigste Element. Sie macht alles Handeln wertvoll, sinnvoll und schenkt uns für unser Tun diese einzigartige Freude im Herzen, die unser Feuer am Brennen hält, die uns trinken und gießen lässt, die Erde bereit machen und Atem holen lässt.

In meiner Gebetsfahne ist das fünfte Element die Farbe Blau und steht für den Raum und das Zentrum, die wir zum entfalten und Sein brauchen. Ich bin überzeugt, dass es die gleiche Bedeutung hat: diesen Raum gibt uns nur die Liebe. Als Zentrum allen Seins.

In unserem wilden Alltag, der nach der Nepal-Reise wieder volle Fahrt aufgenommen hat und manch‘ unerwartetes Abenteuer bereit hält, schicke ich auch das ein oder andere Stoßgebet in den Himmel. Dann gucke ich auf meine Fähnchen und freue mich der Gewissheit, dass das Windpferd und die Liebe alles richten wird.

Weil die Frage kommt

Der letzte Abend in Kathmandu, die letzten Mo:Mo‘s geteilt und das letzte Stückchen Chillichicken mit einem Schluck Nepal Ice Bier hinuntergespült. Eine letzte Dusche, um danach die letzten Klamotten zu verpacken, bevor wir morgen nach Deutschland zurückkehren. 

Wie war‘s? Nun, zuallererst war es eine Reise mit einem sehr guten Freund. Bis auf die Unterwäsche und zwei, drei Meinungen haben wir alles brüderlich miteinander geteilt, am Ende gar die Erkältung und die Mode für die daheimgebliebenen Frauen. Ich sage an dieser Stelle einfach: Danke, Klaus!

Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle auch an Ines, Bijay, Mane und Pemba von Nepal Himalaya Reisen. Wir waren bei Euch in den besten Händen! Wir mussten uns auf dem Trek nur um uns kümmern, weil ihr im Hintergrund alles geplant und organisiert habt. Es konnte nicht besser sein. Dhanyabad!

Nepal ist ein tolles Land und deshalb ist die ganze Welt zu Besuch. Die internationalen Kontakte habe ich genossen, egal ob lang oder kurz. Brasilien, Indien, Malaysia, Polen, Slowakei, Schottland, Litauen, USA, Neuseeland, Holland, Frankreich, Israel usw. Es gab immer etwas zu erzählen und obwohl oft über dasselbe geredet wurde, war es immer anders. Nur schön oder beeindruckend oder lecker oder kalt war es immer.

Der Besuch der Chepangschule war etwas ganz besonders. Ein gutes Dutzend Leiter und Lehrer kümmern sich um fast 250 benachteiligte Kinder, die ohne diese Schule keine Ausbildung bekämen. Der Idealismus, mit der diese Aufgabe bewältigt wird, scheint grenzenlos. Klaus und ich wurden über das Wochenende unglaublich freundlich aufgenommen und beherbergt und wir hoffen, dass wir durch unseren Besuch und die nachfolgenden Präsentationen die Solidarität und die Verbundenheit zur Navodayaschule weiter fördern und festigen. In einem Nebensatz sei noch erwähnt, dass wir in drei Wochen Nepal nirgends so abwechslungsreich und köstlich gegessen haben wie in der Chepangschule (und ich weiß, dass ich gestern die Küche Kathmandus in den höchsten Tönen gelobt habe).

Bleibt noch das Trekking. Ich habe sehr viel Zeit und Geld in die Ausrüstung investiert und jede Minute und jeder Euro hat sich bezahlt gemacht. Ich habe nichts vermisst und nichts umsonst mitgenommen, es war schlicht perfekt. Merino heißt das Zauberwort auf langen Treks!

Zehn Tage sind Klaus und ich durch die Khumburegion gelaufen. Im Vergleich zu den meisten anderen, haben wir aber eine leichte Tour absolviert, die mir dennoch an manchen Tagen alles abverlangt hat. Die Wahl der Tour war für mich genau richtig, was im Umkehrschluss bedeutet, dass Treks an das Everest Base Camp, über die „Drei Pässe“ oder gar auf den Island Peak für mich nicht in Frage kommen. Ich wäre auch nicht bereit, mich über einen Zeitraum von zwei, drei Wochen von Lodge zu Lodge zu schleppen. Die Blicke in den Himalaya sind zwar einzigartig, aber sie haben ihren Preis.

Bleibt also die Frage nach einer Wiederholung. Ich habe hier Menschen kennengelernt oder von Menschen gehört, die zum vierten Mal in Nepal waren, die vier Wochen unterwegs waren, die unbedingt wieder kommen wollen, die erst letztes Jahr hier waren oder die für nächstes Jahr schon wieder gebucht haben. Diese Sehnsucht, die Berge immer wieder neu erleben und erwandern zu müssen, hat sich bei mir nicht eingestellt. Das Panorama um den Mt. Everest hat sich für immer in meine Großhirnrinde eingebrannt, aber damit ist es jetzt auch gut, sogar sehr gut. 

Ich habe einen Teil Nepals erlebt und dafür bin ich einfach dankbar. Ich würde diese Reise immer wieder machen wollen, doch nun, wo sie zu Ende ist, werde ich sie nicht nochmal machen. Obwohl ich jetzt die Brücken kann. Namaste!

Gelassenheit und ein Schuss Nepali-Mentalität

Für Klaus poste ich noch einmal seinen Beitrag aus Nepal:

Mein Fazit der Reise

Das Ende unserer Nepal-Reise naht, morgen ist Rückflug. Grund und Gelegenheit auch für mich, ein Abschlussfazit zu ziehen.

Wenn Reisen für mich ein Ziel haben, dann ist es – das Reisen. In diesem Fall das gemeinsame Reisen und Unterwegssein. Ich wollte mit Michele gemeinsam diese Reise beginnen, durchleben und beenden. Ich wollte mit ihm die Beobachtungen und Erlebnisse teilen und z.B. gemeinsame Blickwinkel auf vermeintlich grandiose Bergwelten richten. Ich wollte verschiedene Blickwinkel, Eigenheiten und Stimmungslagen erfahren und aushalten und wollte nach so vielen Jahren im hektischen Dauer-Erledigungsmodus eindlich wieder Zeit haben. Schließlich wollte ich mit Michele aus Anlass dieser Reise auch unsere Solidarität mit der Chepang-Schule ausdrücken.

Ob diese Ziele umgesetzt oder erreicht wurden, lässt sich teilweise nicht an einem einzigen Ereignis oder einer einzelnen Wegmarke festmachen. Deshalb will ich es so ausdrücken: Alle Ziele sind eingetreten. Wir konnten einen gemeinsamen Blick auf die höchsten Gipfel der Erde richten. Wenn man einen Blick teilen kann, wird er dadurch doppelt bedeutsam und wertvoll. Wobei mich im Unterschied zu Michele noch mehr als der weiter entfernt liegende Mt. Everest die unmittelbar vor uns aufragenden, zum Teil völlig unbekannten 6.000er fasziniert haben.

Wir haben unterschiedliche Lauftempi bewältigt, teilweise unterschiedliche Motivationszustände gegenseitig kompensiert, sind selbstverständlich gemeinsam umgedreht als es nicht mehr weiterging, und haben uns auf alles eingelassen, was Land und Leute für uns bereit hielten.
Zum Beispiel die kulinarischen Angebote, wobei das die leichteste Übung war, weil es einfach grandios schmeckte. Ich für mich habe gelernt, dass man auch das vermeintlich Unmögliche, wie etwa die Verhältnisse im hiesigen Staßenverkehr, am Besten bewältigt wie alles hier: durch Gelassenheit.

Dass bei uns beiden die Erkältungen jeweils dann kamen, als die Motivation am Boden war, bei Michele in Khumjung in den Bergen und bei mir am Ende in Kathmandu, ist auch ein besonderes Lehrstück über die Kraft und den Einfluss der mentalen Stärke auf die Gesundheit. Für mich waren’s am Ende von den 3,5 Tagen mindestens 2 Tage zuviel in Kathmandu. Nach den Bergen nochmals in den Moloch dieser Stadt, in ihren Dreck und Gestank einzutauchen, hätt’s für mich nicht gebraucht.
Aber das soll den positiven Gesamteindruck nicht trüben! Auch das schöne Hotel hat hier viel aufgefangen.

In der Chepang-Schule habe ich es als besonders wichtig empfunden, dass nach 10 Jahren Spendenarbeit einmal Vertreter unserer Kirchengemeinde, so wie wir zwei als Kirchengemeinderäte, vor Ort sind und durch ihre Anwesenheit und ihr Interesse eine Solidarität vermitteln, die sich durch kein Geld dieser Welt erkaufen lässt. Diese Schule ist so wichtig für die benachteiligten Chepang-Kinder und muss unbedingt weiter gefördert werden!

Insgesamt haben ein breites Spektrum an Reiseerfahrungen und -erlebnissen, sowieso das gemeinsame Reisen mit Michele, diese Reise zu etwas Besonderem, Unvergesslichem gemacht. Danke darf ich an dieser Stelle auch Gaby, meiner lieben Ehefrau, sagen, die mir diese Reise dadurch erst ermöglich hat, dass sie zuhause in unserer kleinen Großfamilie die Stellung gehalten und mir den Rücken freigehalten hat. Der gemeinsame Tanzkurs, den sie mir als Ausgleich abgerungen hat, ist da leicht zu machen.

So fliege ich morgen also insgesamt zufrieden zurück. Ein leicht ungutes Gefühl habe ich vor dem anstehenden Dauer-Erledigungsmodus der nächsten Monate, aber: mit Gelassenheit und einem Schuss nepalesischer „no problem“-Mentalität sollte das – wie so vieles in meinem Leben – zu schaffen sein.

Kathmandu

Bei Ankunft Kathmandu, nach dem Besuch der Chepangschule Kathmandu und jetzt nach dem Trek wieder Kathmandu. Das Hotel Moonlight ist eine Oase der Ruhe mitten im größten Chaos der Stadt und ein idealer Ausgangspunkt für die Sightseeingtouren. Wenn man sich denn hinaustraut.

Kathmandu hat eine Million Einwohner, der Ballungsraum um die 2,5 Millionen und gefühlt treffen sich alle in der Mitte, in Thamel. Die Stadt ist chaotisch, sie ist dreckig, sie wirkt an allen Ecken irgendwie unfertig und sie ist laut. Mehr als einmal habe ich gehört, wie Touristen (vorzugsweise deutsche Damen) sich negativ über die Stadt geäußert haben. Eine Zumutung, überall Staub und Dreck, der Verkehr eine Katastrophe usw. usw. Sie haben nicht einmal unrecht.

Ich mag Kathmandu und ich habe diese Meinung auch entgegen der üblichen Touristenmeinung vertreten. Chaos und Dreck stören mich nicht, die hupenden Roller und Taxen gehören genauso zum Stadt- bzw. Klangbild wie die kläffenden Hunde nachts. Wenn man die offensichtlichen Fehler im System ausblendet, bleibt eine sehr sichere und freundliche Stadt mit internationalem Format. Ich wurde nicht bedroht, beklaut oder bedrängt, irgendwas zu kaufen. In wenigen Großstädten habe ich mich selbst in den engsten Gassen so unbeschwert bewegt oder bin außerhalb des Zentrums alleine auf Tempeltour gewesen wie in Kathmandu. Der Dienstleistungsgedanke gilt für Cafes, Restaurants und Läden gleichermaßen und wer sich wie ich, wenn auch mit etwas Anlauf, auf das Handeln und Feilschen einlässt, hat eine Menge Spaß. Der nervige Flöten- oder Tigerbalmverkäufer fällt da nicht mehr ins Gewicht.

Wir haben eine gute Hand voll Restaurants ausprobiert und haben für 1,86 Euro oder auch mal für 7 Euro gegessen…und zwar hervorragend. Die Qualität an nepalesischem oder indischem Essen ist schlicht überragend und wem bei den offenen Metzgereien am staubigen Straßenrand die Lust auf Fleisch vergeht, der ist bei den vegetarischen Gerichten bestens aufgehoben. Die Stadt bietet eine grandiose Auswahl für alle Geschmacksrichtungen und jeden Geldbeutel.

Die zahlreichen Heiligtümer innerhalb der Stadt gehören seit 1979 zum Weltkulturerbe und sind allesamt einen Besuch wert. Der Durbar Square ist in zwanzig Minuten zu erreichen, wenn man sich vom Chaos auf dem Paknajol nicht abschrecken lässt, sondern sich als Fußgänger einfach in den Verkehrsfluß einreiht. Vom Hotel Moonlight läßt sich Swayambhunath in dreißig Minuten erlaufen, was neue Einblicke in die Stadt erlaubt. Für 4 Euro fährt das Taxi vom Hotel aus nach Bodnath und von dort kommt man in einer halben Stunde durch eine nach nepalesischen Maßstäben bevorzugte Wohngegend nach Pashupatinath. Während die buddhistischen Heiligtümer Swayambhunath und Bodnath zu den eher ruhigen Sehenswürdigkeiten gehören (wenn man vom Affenzirkus in Swayambhunath mal absieht), ist in Pashupatinath deutlich mehr geboten. Wer das Glück hat, sich von einem Führer wie Kormar für einen guten Fünfer durch Pashupatinath leiten zu lassen, erhält Einblicke in den Hinduismus, die man allein niemals bekommen hätte. Die Zeremonie der Totenverbrennung in aller Öffentlichkeit ist wahrlich etwas Besonderes.

Für mich waren der Besuch der Chepangschule und die Aussicht auf die Achttausender wie den Mt. Everest die Hauptgründe für die Reise nach Nepal. Jetzt, wo die Reise zu Ende geht, ist vielleicht Kathmandu der heimliche Gewinner.

Steil Bergauf

Die Tage 15, 16 und 17 verbringen unsere Männer mit dem Abstieg aus dem Himalaya. Die Stimmung steigt – steil bergauf mit sinkenden Höhenmetern. Stück für Stück zurück in komfortablere Unterkünfte, Schritt für Schritt zurück in wohlbekannte Gefilde, genießen sie auch, den ein oder anderen Angstgegner hinter sich gelassen zu haben. Über Namche Bazar, Jorsalle, Phakding, zurück nach Lukla!

Unterwegs bleibt nun endlich auch einmal Zeit, die Sonne zu genießen und Land und Leute kennenzulernen.

Tag 18, es ist Zeit den Rückflug von Lukla nach Kathmandu anzutreten. Bei bestem Flugwetter geht es allerdings nach Ramechhap, eine Tagesreise von Kathmandu entfernt. Die vielen Reisenden bringen die Kapazitäten am Flughafen dort an die Grenzen, und die Reisenden müssen umgeleitet werden.

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Mit dem Bus kommen sie von Ramechhap weiter. Die Freude auf eine Dusche im Hotel in Kathmandu ist groß, bei knapp 30 Grad kleben die Bergklamotten auf der Haut.

Dafür beginnt jetzt der angenehme Teil der Reise: Sightseeing, Shopping and some more Dolce Vita. Lasst, es euch schmecken, Jungs 🙂

 

 

Pemba Sherpa Zitat

Wir sind wieder in Namche Bazar und sind in der Himalayan Lodge untergekommen. Unser Zimmer ist schön und der Panoramablick auf die Stadt steckt die Amalfiküste in die Tasche (behaupte ich jetzt einfach mal). Wir warten im sehr schönen Speisesaal auf unser Abendessen.

Ich frage Pemba, ob er schon einen Schlafplatz hat. Ja, unten, im Viererzimmer für die Guides. Die Himalayan Lodge kümmert sich. Beim ersten Stop in Namche schlief er im Hotel Tibet mit 20 anderen Guides unter‘m Dach. Das war laut, aber in der Khumburegion gibt zumindest immer Platz zum Schlafen. 

Ich frage ihn, wo es denn schwierig sei. In Tibet, antwortet er. Kein Platz im Zelt, keine Erlaubnis im Küchenzelt zu schlafen, manchmal bliebe nur der kalte LKW. Aber er brauche nur ein Kissen und eine Decke. Dann erzählt er, was er zuletzt seiner Frau aus Tibet getextet hat:

„I‘m hugging my pillow and dream of you and when I‘m home again I‘m hugging you and dream of my pillow“.

Es ist für Europäer schwer nachvollziehbar, dass die Freiheit des Reisens und die Sehnsucht nach den Bergen den gleichen Stellenwert hat wie die eigene Ehefrau. Aber wir heißen ja nicht Sherpa.

Sage Nein!

Hören Sie auch die SWR1 Hitparade? Gerade heute morgen: Platz 292 – Sage Nein! von Konstantin Wecker. Dieses Lied hat mich nicht nur heute morgen wach gerüttelt, nein, auch schon das ein oder andere mal aus einem dösenden Halbschlaf zu später Stunde beim Liedermacher-Festival auf dem Klosterwiesle in Banz. (Kennen Sie nicht? Dann sind Sie kein Lehrer und nicht über 50. 😀 Schauen Sie hier: https://www.lieder-auf-banz.de/#1)

„Nein sagen“ heißt ja nicht immer, nicht weitergehen zu wollen. Manchmal heißt es nur, die Richtung zu ändern. Die Richtung ändern auf einen anderen Weg, denn man mit sich vereinbaren kann. Wie bei unseren Männern in Nepal. Es ist Tag 13.

In früher Morgenstunde sind sie mit Aufbruchstimmung in den Tag gestartet. Der Wille, das letzte Stück nach Dengboche zu schaffen, ungebrochen. Entbehrung und Erkältung zum Trotz. Doch dann der Zwitscher-Funk aus Nepal: Es geht nicht. Es geht nicht weiter, nicht in diese Richtung. Nicht nach Dengboche.

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Uns Daheimgebliebenen fällt ein kleines Himalaya-Steinchen vom Herzen…schon seit Tagen war es aus mancher Ecke erstaunlich ruhig. Zu ruhig, um nicht hellhörig zu werden – als geübte beste Ehefrau der Welt.

Dann die Verkündung der Planänderung: lieber geordneter Rückzug und noch ein bisschen Himalaya-Luft schnuppern, statt gegen den Körper und die Vernunft weiterzumachen. In diesem Gebirge ist auf „Risiko fahren“ keine gute Idee.

Und siehe da: die Stimmung steigt, das Lächeln kehrt zurück. Zur Stärkung von Körper und Geist gönnen sie sich etwas Aufbauendes und schicken einen erleichterten Gruß in die Heimat! Wir sind es auch, Jungs! Keep on walking!

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